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Das Coronavirus: „Danke, Herr Spahn“

Wie gefährdet ist meine Familie?

Seit nun mehr einigen Wochen beschäftigt uns alle, die Flut von Nachrichten aus China und aller Welt. Das neue Coronavirus ist da. Meine Frau beschäftigt das Thema weit mehr als mich. Natürlich haben uns auch viele grundsätzliche Fragen beschäftigt. Zum Beispiel:
Wie gefährlich ist das neue Virus für unsere 2-jährige Tochter?
Was Hilft gegen das neue Virus?
Wie können wir uns gegen das neue Virus schützen?
Tatsächlich stellte sich relativ schnell heraus, dass das neue Coronavirus eine vergleichsweise geringerer Sterblichkeitsrate (<2%) hat und zu dem noch hauptsächlich für ältere Menschen gefährlich ist. Wenn ich dann noch dazu nehme, dass Männer wesentlich mehr gefährdet sind als Frauen, dann mache ich mir um die Gesundheit meiner Tochter relativ wenig Sorgen. Vor allem, weil die Menschen mit einem schweren Verlauf der Krankheit, bereits eine Lungengrunderkrankung oder eine Immunschwäche haben müssen. Diabetiker zum Beispiel. Für alle anderen nimmt die Krankheit einen eher milden Verlauf mit Erkältungssymptomen. Natürlich sollten wir darauf achten, entsprechende Hygienemaßnahmen zu beachten, besonders wenn wir uns angesteckt haben sollten, um andere nicht zu gefährden. Alles andere ist im höchsten Maße asozial.

Woher kommen meine Informationen?

Natürlich ist die Frage nach meinen Quellen berechtigt. Eine gute Zusammenfassung für zu dem aktuellen Stand der Wissenschaft habe ich aus dem Artikel „Coronavirus: Das wissen wir – und das nicht“ von quarks.de. Weitere Informationen zur aktuellen Risikoabschätzung und offiziellen Maßnahmen und Empfehlungen habe ich von der Seite des Robert Koch Instituts. Grundsätzlich verständlicher ist quarks.de, weil es auf die Normalbevölkerung zugeschnitten ist und sich nicht an medizinisches Personal richtet, wie die Seite des Robert Koch Instituts.

Welchen Einfluss hat die Informationslage auf den Alltag?

Die Situation in Deutschland hat besonders durch das unbesonnene Verhalten unserer Gesundheitsministers in den Medien, teils Panik artige Züge angenommen. Wer in den letzten Tagen bei dm oder Aldi einkaufen war hat es garantiert schon bemerkt. Die extra Paletten mit Wasserflaschen und leere Regale über all dort wo die Auszeichnung von Desinfektionsmittel spricht oder auch nur Sagrotan steht. Konserven sind in manchen Läden bereits Mangelware. Ich bin letzte Woche in zwei Aldi-Läden gewesen und in keinem gab es noch Kartoffeln zu kaufen. HALLO????
Das surreale an dem Kaufverhalten ist, dass jeder Desinfektionsmittel kauft, aber ich in der Öffentlichkeit noch keinen gesehen habe der es auch einsetzt. Ganz abgesehen davon, dass es keinen Sinn ergibt alles zu Desinfizieren, wenn das Coronavirus nach kürzester Zeit an der Luft sowieso inaktiv wird…

Helfen Atemmasken gegen das Coronavirus?

Klare Antwort lautet hier: Nein. Gesunde Menschen die eine Atemmaske tragen, haben nach kürzester Zeit keinen Mehrwert von den Masken mehr. Sie helfen nur bereits infizierten Menschen, das Virus nicht weiter zu verbreiten. Viel wichtiger ist die eigene Hygiene, also Händewaschen, sich nicht ins Gesicht zufassen, wenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist und klinken und andere Menschen anfassen muss. Trotzdem werden Atemschutzmasken zu horrenden Summen angeboten und scheinbar auch verkauft. Nur habe ich auch hier noch niemanden mit einer Maske rumlaufen sehen…

Warum ist es soweit gekommen?

Die Frage ist natürlich rein spekulativ. Ich kann nicht behaupten die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Das Coronavirus hat eine ähnliche Ausbreitungssystematik wie Grippe und über trägt sich auch schon von Mensch zu Mensch, wenn die infizierten Personen noch keinerlei Symptome zeigen. Dazu kommt, dass es aktuell keine Impfung und auch kein Heilmittel gibt. Jetzt ließe sich einfach behaupten, wir seien der nationalen Epidemie so nahe, gerade aus diesen Faktoren. Ich aber sage, hierzu trägt im wesentlichen das zögerliche Handeln unserer Gesundheitsbehörde und nicht zuletzt unseres Gesundheitsministers Jens Spahn bei.
Wer eine Epidemie in Deutschland verhindern will und die Zustände in Italien sieht, kann sich unmöglich auf den Standpunkt stellen, wir haben alles im Griff und eine Woche später über 1000 Menschen in Deutschland unter Quarantäne stellen. Aber gut, was kann man auch anderes von einem Bankkaufmann erwarten. Ein Apotheker aus Heinsberg sagt dazu:  „Was Spahn über eine anstehende Epidemie gesagt hat, ist unverantwortlich“, Steinfurth im Gespräch mit watson.
Und meiner Meinung nach hat er Recht. In der einen Woche spielt Spahn das Problem herunter und in der nächsten Woche schürt er Panik und löst Hamsterkäufe aus, die dazu führen, dass wir nicht einmal mehr Desinfektionsmittel für den täglichen Bedarf kaufen können. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter:
Wenn sich ein Gesundheitsminister auf den Stand stellt, Deutschland sei gut vorbereitet, warum wurde die Industrie nicht entsprechend angewiesen und unterstützt um die nötigen Hygieneartikel zu produzieren? Das Kaufverhalten der Deutschen ist doch vorhersehbar, wenn man einen Blick nach China oder Italien wirft? Und warum um alles in der Welt reicht die Serverkapazität des Robert Koch Instituts nicht aus, um die Aufrufe besorgter Bürger bewältigen, wenn genau dass ihre Aufgabe ist. Aber Deutschland ist gut vorbereitet…

Danke, Herr Spahn.

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