Börse

Mein Start in die Welt der Aktien

Wie alles begann…

Ich zähle zu den Menschen, die sich permanent weiterbilden müssen. Mein Durst nach Wissen und anderen Sichtweisen auf Fachthemen oder die Gestaltung meines Alltags lässt nie nach. Leider habe ich selten die Zeit und die Gelegenheit wirkliche Literatur zu wälzen. Das kann ich nur auf der Arbeit, wenn ich entsprechende Problemstellungen bearbeite oder Fortbildungen besuche. Darum habe ich Hörbüchern für mich entdeckt. Als ich noch länger zur Arbeit gefahren bin, also ca. 1 Stunde pro Strecke, habe ich im Auto viel Zeit gehabt, um mich mit den verschiedenen Themen zu beschäftigen. Romane habe ich nie gehört. Zu derzeit habe ich mich mit Audible angefreundet. Als ich umgezogen bin und die Fahrzeit pro Strecke auf 15 Minuten zusammengeschrumpft ist, habe ich Blinkest für mich entdeckt. Jedes Buch wird hier in 15 bis 20 Minuten auf das wesentliche reduziert und zusammengefasst. Ich erfahre also relativ schnell, ob ein Titel einen wirklichen Mehrwert bietet. Wenn ich einen Titel gut finde und ganz wichtig auch der Hörbuchsprecher erträglich ist, dann gönne ich mir auch die lange Fassung auch Audible. Jedenfalls habe ich mir einige Titel zum Thema Unternehmensgründung, Selbstmanagement, passives Einkommen und Reich werden reingezogen. Dort hieß es immer wieder: „Nimm das erwirtschaftete Einkommen und investiere es in Aktien.“. .. Ich muss dazu sagen ich habe seit Kindestagen gelernt, dass Aktien etwas Riskantes sind und Aktien ein sicherer Weg sein, um Geld zu vernichten. Damit wären sie genau der falsche Weg für eine sichere Geldanlage. Je öfter ich das Statement hört habe, desto mehr wurde ich stutzig. Konnte an dem Thema Aktien doch etwas dran sein? Ich hatte zu dem Zeitpunkt eh kein Geld, dass ich auf Anhieb in eine Aktie von Amazon (1.800€ pro Aktie) hätte stecken können. Darum beschloss ich mich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen und mir Titel zu dem Thema Aktien anzuhören.

Was verriet mir die Literatur zu Aktien?

Die meisten Bücher zu dem Thema beginnen mit generellen Informationen, wie „Was ist eine Aktie?“ oder „Was ist ein Index?“. Hier werden Begriffe erklärt und mit was man alles handeln kann, also ETFs, Aktien, Zertifikate oder Rohstoffe. Teilweise wird auch erklärt, welche Risiken eingegangen werden können. Der Standardtipp ist meist: „Folge nicht dem Mainstream, sondern handle antizyklisch.“. Sie nennen das dann z.B. Hoch-Tief-Mut-Strategie. Dabei wird gewartet bis die Aktien in den Keller fallen sind, um sie dann günstig einzukaufen. Klingt einfach, ist aber in der Praxis recht schwierig, weil niemand weiß, ob eine Aktie gerade erst, angefangen hat in den Keller zu sinken oder ob es nur ein kleines Zwischentief ist. Tatsächlich reich hier die reine Analyse des Aktienkurses nicht aus, um eine Prognose zu wagen. Darum werden verschiedene Möglichkeiten zur weitergehenden Analyse bereitgestellt. Darunter unter anderem das Kurs-Gewinnverhältnis, bei dem der Kurs der Aktie ins Verhältnis zum Geschäftsbericht gestellt wird. 
Insgesamt lieferten diese Werke mir nur allgemeine Informationen zum Werkzeug eines Traders. Nicht aber echtes Wissen, um auch erfolgreich mit Aktien zu sein. Zusätzlich muss hier unterschieden werden zwischen dem „Trader“ und dem Investor. Die ersten Bücher, die man zu dem Thema findet, beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Verhalten des „Trader“, einem Glücksritter, der versucht kurzzeitige Kursschwankungen zu nutzen, um schnelles Geld zu machen. Diese Gattung der Aktienhändler gehört eher zu den Spielern. Die aus meiner Sicht interessantere Gattung der Aktienhändler sind die Investoren. Nach gründlicher Prüfung der Aktie und des Unternehmens kaufen Investoren Aktien, um sie zu halten und auf Dauer eine Wertschöpfung zu generieren. Den allgemein gilt: Der Kurs geht auf lange sich immer nach oben. 
Für diese Sichtweise benötigt, der Investor jedoch einen langen Atem und vor allem eines: Geduld. Ein gutes Buch zu dem Thema ohne direkt auch die Biografien von Warren Buffet und Co. zu verweisen ist:

„Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ Wie ich auszog, die besten Aktien der Welt zu kaufen – von Christian Thiel. 

Im Gegensatz zu den vorangestellten Büchern, wird hier die Sichtweise eines Investors dargestellt und praktische Investitionsbeispiele geboten.

Wie sammelte ich erste Erfahrungen ohne Risiko?

Parallel zur Literaturrecherche wollte ich auch gefahrlos erste Erfahrungen mit dem Aktienmarkt sammeln. Also habe ich mich mit verschiedenen Ideen beschäftigt: Vielleicht nur eine kleine Summe investieren, 100€ oder 1.000€ vielleicht? Ich meine 100€ hat doch jeder in kurzer Zeit locker, oder? Grundsätzlich keine schlechte Idee könnte man meinen. Wer direkt mit richtigen Aktien handelt, der bekommt auch direkt den Thrill des Kurses mit, stimmt’s? Falsch!
1. Aktienhandel lohnt sich unter Berücksichtigung der Handelsgebühren erst ab einem Betrag von ca. 1.000€.
2. Aktien von z.B. Facebook (derzeit 175€/Aktie) oder Amazon (derzeit 1.800€/Aktie) können mit kleinen Summen von 100€ gar nicht gekauft werden.
3. Um dem Prinzip der Diversifizierung zu folgen, eine Theorie zur Risikominimierung für das gesamte Vermögen im Depot, werden viele Aktien benötigt. Das ist ebenfalls mit diesen kleinen Beträgen nicht realisierbar.
4. Besonders am Anfang sollte man mit kühlem Kopf an die Sache ran gehen, um eben nicht dem Thrill zu verfallen und ungezwungen verschiedene Strategien auszuprobieren und einigermaßen objektiv bewerten zu können.

Besser eignet sich hier ein Börsenspiel. Viele Banken veranstalten regelmäßig, meist einmal pro Jahr, ein Börsenspiel für Anfänger. Hier können Sie sich spielerisch ausprobieren und gleich noch Geld und Sachpreise gewinnen. Wer nicht solange warten will, hat auch die Möglichkeit einen Börsensimulator aufs Smartphone zu laden und gleich loszulegen. Ich habe das mit der App Best Brokers (Google Store, App Store) gemacht. Hier wird man direkt auf die Börse losgelassen und erfährt mit Echtzeitdaten und allen Tools eines Brokers das Auf und Ab eines Traders.

Wie kalkuliere ich das Risiko?

Beim Aktienhandel, speziell beim kurzfristigen Handel (Traden), ist es wichtig, das Risiko für sein Depot zu kennen, beziehungsweise bewusst festzulegen. Ein Richtwert ist hier 1 bis 2 % des Depotwerts. Aber wie übertrage ich das auf die einzelnen Aktien? Dazu sollte man folgendes wissen: Beim Kauf und Verkauf von Aktien gibt es die Möglichkeit mit Limitierungen und automatischen Käufen/Verkäufen (Das nennt man Order) zu arbeiten. Hier wird eine Aktie gekauft oder verkauft, wenn sie einen bestimmten Kurswert über oder unterschreitet. Mit diesem Tool ergibt sich eine einfache Rechnung: Angenommen ich möchte das Risiko von 1% meines 25.000€ hohen Depots auf 5 verschiedene Aktienwerte verteilen, dann ergibt sich daraus für jeden Aktienwert ein Risiko von 50€. Habe ich jetzt eine Aktie mit einem Kaufpreis von 100€ und ich lege unter Berücksichtigung der Kursschwankungen eine Limitierung von 98€ als Verkaufspreis fest. Dann erhalte ich ein maximales Verlustrisiko von 2€ pro Aktie. Wenn ich anschließend das Risiko pro Aktienwert durch das maximale Verlustrisiko pro Aktie teile, dann erhalte ich die maximale Anzahl der Aktien, die ich kaufen kann, um mein festgelegtes Risiko nicht zu überschreiten. In diesem Beispiel wären es 25 Aktien. 

Mit welcher Strategie bin ich gestartet?

Ich mache keinen Hehl daraus. In dem Börsenspiel bin ich mit 25.000€ gestartet und habe nach Gefühl die Aktien querbeet durch die Indizes gekauft. Nach dem mir die Risikominimierung aus dem letzten Absatz bekannt wurde, habe ich ein solches Limit für jeden Wert in meinem Depot angelegt und schmerzlich gelernt, was es heißt die untere Verkaufsgrenze zu hoch auszulegen. Infolge dessen wurden meine Aktienwerte bei kleinen Schwankungen verkauft und schossen danach über den ursprünglichen Kurs nach oben. An einen erneuten Kauf der Aktien war nicht zu denken. Mein Depot sank auf einen Wert von 23.000€. Dort stabilisiert er sich und mit ein wenig Glück im SDax schaffte ich es den ursprünglich Wert von 25.000€ wieder zu erlangen.

Fazit

Nach 4 Monaten der Praxis mit Best Broker habe ich verstanden, wie man mit den verschiedenen Werkzeugen eines Traders umgeht. Ich habe gelernt das Risiko für mein Depot einzuschätzen und für die einzelnen Positionen zu minimieren. Faktisch habe ich in dieser Phase fiktiv noch keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust gemacht. Aktuell habe ich die Strategie verändert und auf eine Mischung zwischen Indexing und Buy&Hold von Einzelaktien gesetzt. Da diese Strategie langfristiger angelegt ist, kann ich noch nichts über deren Erfolg berichten. Das wird dann ein weiterer Beitrag. 

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